„Argumentieren“ -Was machen wir eigentlich?

Der Blog Argumentieren wurde von Studierenden unterschiedlicher Fachrichtungen der Technischen Universität Darmstadt im Rahmen des Linguistik – Seminars: Argumentieren in Text und Gespräch erstellt.

Innerhalb des Seminars setzen sich die einzelnen Gruppen mit unterschiedlichen Aspekten von Argumentation auseinander und analysieren ihre Texte unter differenten, wissenschaftlichen Schwerpunkten wie Form, Sprache oder Vorgehensweise.

Die Untersuchungen zielen darauf ab, eventuell vorhandene Grundstrukturen von Argumentationen erkennen, benennen und analysieren zu können. Ebenso soll kenntlich gemacht werden, wann und ob diese tatsächlich als „Argumentation“ deklariert werden können. Das bedeutet, dass wir auf folgende Fragestellungen, die dem Seminar zugrunde liegen, eingehen möchten:

Auf welche Art und Weise können Argumente sprachlich realisiert werden?

Wann ist eine Argumentation plausibel?

Wie realisiert sich Argumentation in social media wie Facebook?

Prinzipiell kann vorab gesagt werden, dass alle Menschen im Laufe ihres Lebens verschiedene Erfahrungen machen, dadurch Urteile über bestimmte Sachverhalte bilden und unterschiedliche Ziele erreichen wollen. Denn jede*r entwickelt zu bestimmten Themen eigene Ideen und Meinungen. Häufig stimmen die einzelnen, persönlichen Meinungen und Ansichten jedoch nicht mit den Sichtweisen anderer Mitmenschen überein und sorgen somit für Missverständnisse oder gar Konflikte. Das passiert auch Personen, die in der Öffentlichkeit stehen, wie beispielsweise Politiker*innen.

Das könnte bedeuten, dass jeder Argumentation ein Interessenkonflikt vorangegangen ist, wobei daraus nicht zwangsläufig ein argumentativer Verlauf entstehen muss.[1]   Mit Hilfe von Argumentationen können aber die jeweiligen Standpunkte vertreten werden.[2] Der Vorgang der Argumentation basiert somit auf rechtfertigenden und begründenden verbalen oder schriftlichen Aussagen, welche jedoch niemals einfach so entstehen. Vielmehr haben unterschiedliche Situationen und Kontexte einen erheblichen Einfluss auf den Verlauf und die Beschaffenheit einer Argumentation. Hierbei lassen sich Argumente häufig als Systeme von Sätzen deuten, die auf eine bestimmte Weise miteinander verbunden sind. Es zeigt sich beispielsweise, dass in Argumenten verschiedene Sätze zusammengeführt werden, von denen manche die Funktion haben, andere zu begründen.[3] Genau dieses argumentative Vorgehen soll auf Argumentieren analysiert und gegebenenfalls kategorisiert werden.

Die Autoren der Blogbeiträge haben eigenständig recherchiert und gearbeitet.
Rechte und Verantwortung zu den Beiträgen liegen bei den Autoren der Blogbeiträge.
Themen der einzelnen Gruppen sind:

Argumentation in politischen Kommentaren
– Die `Causa Böhmermann` Journalisten im Argumentationszwang
Argumentation in der Satire
– Satire in politischen Texten und Argumentationsanalyse anhand des Toulmin Schemas
Argumentation in Kaufratgebern
– Argumentationsanalyse anhand einem Modell von Böhnert und Reszke
Argumentation in social media
– Zwischen Shitstorm und echten Argumenten – Wie wird in sozialen Netzwerken argumentiert?
Argumentation in Fernsehnachrichten
– Argumentation in Kommentaren in Fernsehnachrichten – eindeutig argumentativer    Charakter?

Literatur:

Herrmann / Hoppmann / Stölzgen / Taraman: Schlüsselkompetenz Argumentation. Paderborn: Verlag Ferdinand Schöningh GmbH & Co. KG, 2011.

Gil, Thomas: Argumentieren. Argumente und ihr konkreter Gebrauch. Berlin: Universitätsverlag der TU, 2012.

[1] Herrmann/Hoppmann/Stölzgen/Taraman: Schlüsselkompetenz Argumentation. Paderborn: Verlag Ferdinand Schöningh GmbH & Co. KG, 2011. S. 13.

[2] Vgl.: Gil, Thomas: Argumentieren. Argumente und ihr konkreter Gebrauch. Berlin: Universitätsverlag der TU, 2012. S. 8.

[3] Vgl.: ebd. S. 10

©Jasmin Freytag, Kevin Gehrig, Katharina Vogel und Jule Wetter / TU-Darmstadt / Juni 2016